Google Adwords Falle oder was Google NICHT kommuniziert
Gestern Abend war in Zürich an einem Meeting der Erfa-Gruppe Internet Briefing. Die Erfahrungsgruppe Internet Briefing wurde von Reto Hartinger ins Leben gerufen. Seit längerem schaute ich mich um, ob es eine solche Interessensgemeinschaft gibt. Der gestrige Anlass wahr sehr überzeugend. Lukas Stuber, CEO Angelink yourposition, hat gestern sein Referat über die Google Adwords Falle(n) gehalten. Das Adwords Referat war völlig ausgebucht, der Raum platze fast aus allen Nähten, trotzdem war die Atmosphare entspannt und locker (Danke Reto, dass wir uns alle Dutzen dürften, super Sache, keine unnötigen Formalitäten, purer Know-How Exchange, genau das suchte ich…).
Hier eine Überblick über das Google Adwords Referat:
Die Adwords Buchungsfalle: zu breite Streuung Ohne den Werbekunden darauf hinzuweisen, werden AdWords-Kampagnen per Default auch ausserhalb von Google selber eingeblendet. Die Folge: stark gesteigertes Volumen, stark verringerte Performance.
Tipp: Adwords Content-Ads abschalten! (Ausser für Branding von Top 500 Unternehmen oder solche die es sich leisten können…)
Die Tagesbudget-Falle: unkontrollierbares Budget im Einsatz. Werbekunden führen oft nur wenige Kampagnen parallel, oder stecken gleich ihr ganzes Budget in eine einzige AdWords-Kampage. Resultat: tendenziell schlecht performende, aber volumenstarke Begriffe absorbieren den grössten Teil des Budgets.
Die Keyword-Falle: 90% der Klicks erfolgen über nie gebuchte Keywords Wer ein Keyword bucht, bucht im Schnitt 9 weitere gleich dazu, ohne dass er davon weiss: Googles Behandlung von weitgehend passenden oder verwandten Begriffen sowie die Berücksichtigung individueller Suchhistories führt dazu, dass ein Werbekunde Klicks für Begriffe berappt, von denen er keine Ahnung hat.
Tipp: Ev. auf Broad Match Keywords verzichten, dafür Phrase Match ("Suchbegriff") und Exact Match ( [Suchbegriff] ) verwenden. Mit dem Adwords Keyword Tool ähnliche Keywords suchen und die sinnesgemäss nicht übereinstimmenden Keywords einfach ausschliessen (-keyword).
Die Messfalle: Google legt die tatsächlichen Suchbegriffe kaum offen Dieses Wissensdefizit (s. Punkt 3) geht darauf zurück, dass Google die entsprechenden Informationen, welche Suchbegriffe zu Klicks geführt haben, weitgehend unterdrückt, resp. nur sehr umwegig liefert. Wer deshalb seine Google-Kampagne nur mit Google-Tools misst, misst Mist. Page 2 Seite 2 / 2 5.
Tipp: Gestern haben wir noch gehört es gäbe da ein Google Analytics Hack, damit man mit Analytics die wahren Kennzahlen herausholen kann. Hat jemand eine gute Quelle zum Thema Analytics Hack gefunden?
Die Textfalle: Schreibfehler en masse. Eines der mächtigsten Instrumente zur Performance- Steigerung einer Kampagne sind die «Embedded Keywords» ? die Möglichkeit, den konkreten Suchbegriff gleich live in den Anzeigentext einbinden zu lassen. Folge in der Praxis: Selbst weltbekannte Brands werben orthographisch falsch.
Tipp: Man buche auch die falsch geschriebenen Keywords, aber Achtung mit dem Keyword-Platzhalter, dieser übernimmt natürlich auch die Schreibfehler…
Die AdSense-Falle: Wer Googles riesiges Partnernetzwerk bewusst einsetzen will (vgl. auch Punkt 1), verwendet zumeist die selben Anzeigengruppen, Anzeigen, Texte und Keyword-Listen, die für AdWords definiert worden sind. Mit fatalen Folgen: Die Google-Software die für kontextsensitive Einblendungen im Content-Netzwerk sorgen soll, wird dadurch höchlichst verwirrt, was die Kampagnen-Peformance senkt.
Tipp: Bei Content-Ads möglichst allgemeine Keywords verwenden (Paradox zur Google-Suche), also eher Produktegruppen, als einzelne Produkte, denn falls Google das Produkt noch nicht eindeutig einer Produktegruppe zuweisen kann, so kann es vorkommen, dass Google da etwas gaaaaaaaaanz anderes interpretiert… das kann für ein seriöses Unternehmen höchst peinlich werden.
Die Quality-Falle: wer zu breit wirbt oder unsauber verlinkt, bezahlt zu viel pro Klick Für die Berechnung der Einblendposition und des Klickpreises bezieht Google den so genannten Adwords «Quality Factor» mit ein, der unter anderem berücksichtigt, wie relevant die Zielpage für den jeweils beworbenen Suchbegriff ist. Wer folglich allzu euphorisch Begriffe bucht, die nur peripher mit dem Content der beworbenen Website zusammenhängen, oder wer sich um keyword-sensitive Verlinkung nicht schert, bezahlt zu viel pro Klick.
Tipp: Lukas hat auch erwähnt, dass eCommerce Landing-Pages z.B. im Footer einen Link zu den Datenschutzbestimmungen haben sollte. Scheinbar belohnt Google eCommerce-Sites mit einem höheren Adwords Quality-Score dafür. Hat hierzu da sonst noch jemand Erfahrungen dazu sammeln können?
Die SEO-Falle: AdWords-Kampagnen liefern Marktforschungsdaten ? doch kaum einer nutzt sie. Wer Google AdWords einsetzt, betreibt Marketing und Marktforschung zugleich: Kaum ein anderes Instrument liefert so viele und so wertvolle Daten zum Userverhalten, zur Denkweise meiner Zielgruppe und zu den Inhalten meiner Website. Doch nur selten werden diese Erkenntnisse auch auf die Inhalte einer Website umgemünzt: Dank AdWords liesse sich viel effizienteres SEO betreiben, was zugleich, Klickkosten sparen würde.
Fazit: es läge noch sehr viel mehr drin. Die Fehler, die im Zusammenhang mit AdWords-Kampagnen begangen werden, sind Legion. Teils hängen sie mit Mechanismen zusammen, die Google zu wenig offen legt, teils mit der Unkenntnis der Werbetreibenden, wie das Instrument zu benutzen ist. Die Begeisterung für Google AdWords ist grundsätzlich berechtigt, aber es läge noch viel mehr drin.
Mein Fazit: so true Lukas! Adwords is Direct Marketing on steroids! (P.Marshall) Also zu Deutsch: Adwords ist Direkt Maketing auf Stereoiden! Zum Glück wissen das viele noch nicht
Danke… An dieser Stelle noch ein ganz grosses Dankeschön an Reto Hartinger für das organisieren dieses genialen Adwords Events und selbstverständlich auch ein grosses Dankeschön an Lukas Stuber, CEO Angelink yourposition für seine Google Adwords Expertise.
Beste Empfehlungen für Leute, die gerne Ihr Online Marketing Know-How austauschen und erweitern wollen: Trettet der Erfahrungsgruppe Internet-Briefing bei, es lohnt sich ausserordentlich, kann das nächste Meeting kaum abwarten…
Gruss an alle Members und solche die es noch werden wollen…
Robert

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